Rückblick 2025
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“
(Mahatma Gandhi)
Dieses Zitat bringt auf den Punkt, was ein Jahreswechsel für uns bedeutet: Rückblick halten, Verantwortung übernehmen und den Blick nach vorne richten. Gerade in einer Zeit, die von schnellen Veränderungen, Unsicherheiten und weltweiten Krisen geprägt ist, gewinnt gemeinsames, besonnenes Handeln an Bedeutung.
Zum Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen und Ihren Familien Gesundheit, Zuversicht und Kraft. Lassen Sie uns gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückblicken und einen Ausblick auf das wagen, was vor uns liegt.
Das vergangene Jahr hat erneut gezeigt, wie instabil die weltpolitische Lage ist. Der Krieg in der Ukraine dauert weiterhin an und stellt Europa politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich vor große Herausforderungen. Auch im Nahen Osten ist es bislang nicht gelungen, dauerhaften Frieden zu erreichen – die humanitären Folgen für die Zivilbevölkerung sind weiterhin dramatisch.
Darüber hinaus nehmen internationale Spannungen insgesamt zu. Machtpolitische Auseinandersetzungen, scharfe Rhetorik und Berichte über völkerrechtswidrige Drohungen oder Eingriffe in die Souveränität anderer Staaten wie jüngst in Venezuela zeigen, wie fragil die internationale Ordnung geworden ist. Selbst zwischen Staaten, die lange als verlässliche Partner galten, wächst das Misstrauen. Diese Entwicklungen machen deutlich, wie wichtig Diplomatie, Rechtsstaatlichkeit und gegenseitiger Respekt im Umgang zwischen Nationen sind.
Auch die Klimakrise bleibt eine der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Extremwetterereignisse, Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen haben weltweit erneut zu schweren Schäden geführt. Sie erinnern uns daran, dass die Folgen des Klimawandels längst Realität sind – und dass nachhaltiges Handeln keine abstrakte Zukunftsaufgabe mehr ist.
In Deutschland war das vergangene Jahr von politischen Umbrüchen und einer Phase der Neuorientierung geprägt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik teilweise verloren. Zu oft entstand der Eindruck von Streit, Stillstand und fehlender Klarheit bei zentralen Zukunftsfragen.
Gleichzeitig steht unser Land vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel, der notwendige Umbau wichtiger Industriezweige sowie die weiterhin spürbaren Folgen der Inflation sowie hoher Energiepreise belasten Unternehmen ebenso wie private Haushalte. Gerade im ländlichen Raum wächst die Sorge, abgehängt zu werden.
Die gesellschaftliche Stimmung ist vielerorts angespannt. Polarisierung, eine zunehmend raue Debattenkultur und vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Fragen gefährden den sachlichen Austausch. Umso wichtiger ist es, dass demokratische Werte, Respekt und Dialogbereitschaft gestärkt werden. Die Geschichte mahnt uns eindringlich, wohin Ausgrenzung, Radikalisierung und Gleichgültigkeit führen können.
Gerade vor diesem Hintergrund kommen den Städten und Gemeinden eine besondere Rolle zu. Kommunen sind der Ort, an dem Zusammenhalt konkret wird – im Ehrenamt, in Vereinen, bei der Feuerwehr, in Schulen, Kindergärten und Nachbarschaften. Hier zeigt sich, dass Gemeinschaft mehr ist als ein Wort.
Auch wenn wir die großen weltpolitischen Entwicklungen nicht beeinflussen können, so können wir doch vor Ort Verantwortung übernehmen, mit Augenmaß entscheiden und Perspektiven schaffen. Das ist gelebte Demokratie im Alltag.
In unserer Einheitsgemeinde konnten wir 2025 erneut viele Projekte erfolgreich umsetzen.
Das Kneippbecken in Sünna wurde im Frühsommer offiziell eingeweiht und hat sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Ähnlich verhält es sich mit der neu errichteten Murmelbahn auf dem Ulsterberg. Seit der Eröffnung kurz vor den Sommerferien ist die Murmelbahn auch zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Der Ausbau der Gemeindestraßen konnte weiter vorangetrieben werden. So wurde die Straße am Hardtrain in Räsa vom Abzweig der Bert-Brechtstraße bis zur Landesstraße grundhaft saniert. In Unterbreizbach konnte als Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Landkreis die Friedhofstraße grundhaft erneuert werden. Durch die Gemeinde wurde der fehlende Fußgängerweg bis zum Ortsausgang gebaut. In Sünna wurde der Rad- bzw. Fußweg vom Ortsausgang bis zum ehemaligen Bahnhof entlang des Gewerbegebietes fertiggestellt. Die Arbeiten in der Weingasse wurden entsprechend des Bauzeitenplanes kurz vor Weihnachten bis zur Verbindung zum Bürgerhaus abgeschlossen. Hier soll es im Februar weitergehen.
Das neue Jahr hält für unsere Gemeinde einige wichtige Projekte bereit, die wir mit Energie und Tatkraft umsetzen werden:
•Sanierung und Umverlegung des Ulsteral-Radweges: Für dieses zentrale Infrastrukturprojekt wurden der Gemeinde Fördermittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro zugesagt.
•Begegnungsstätte in Sünna: Der Umbau der ehemaligen Bankfiliale wird abgeschlossen. Neben barrierefreien Zugängen entstehen eine behindertengerechte Toilette und eine sanierte Küche – ein Ort, an dem sich alle Generationen treffen können.
•Spielplätze: Diverse Spielgeräte werden ersetzt, damit unsere Kinder weiterhin sichere und attraktive Spielmöglichkeiten haben.
•Gemeindliches Entwicklungskonzept: Die Überarbeitung wird fortgeführt. Das Ziel ist, als Dorferneuerungsschwerpunkt anerkannt zu werden – eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde.
Langfristig stehen wir vor den Herausforderungen des demografischen Wandels:
•Die Zahl der Kinder sinkt, die Geburtenrate bleibt niedrig. Dies erfordert eine flexible Anpassung der Kapazitäten in unseren Kindergärten, einschließlich der notwendigen organisatorischen Maßnahmen, die eventuell auch die Schließung einer Einrichtung zur Folge haben wird.
•Gleichzeitig steigt der Anteil älterer Einwohner weiter an. Dies macht barrierefreie Infrastruktur, seniorengerechte Angebote und soziale Dienstleistungen noch dringlicher.
Die Gemeinde Unterbreizbach wird sich in allen Bereichen des kommunalen Lebens auf diese Entwicklungen einstellen müssen – von Bildung und Betreuung über Verkehrsinfrastruktur und Freizeitangebote bis hin zu Gesundheitsversorgung. Langfristige Strategien sind notwendig, um trotz sinkender Einwohnerzahlen die Lebensqualität, die Attraktivität und das Zusammenleben in unserer Gemeinde zu sichern.
Leider mussten wir uns erneut den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen. Die Geburtenzahlen haben sich einem sehr niedrigen Niveau eingepegelt. In der Einheitsgemeinde wurden nur 16 Kinder geboren, 8 Jungen und 8 Mädchen.
In der Gemeinde mussten 40 Familien von ihren Angehörigen Abschied nehmen.
Das Verhältnis von Zuzügen zu Wegzügen war im vergangenen Jahr leider wieder sehr unausgeglichen - 77 Zuzügen in die stehen 132 Wegzüge aus der Einheitsgemeinde entgegen. Innerhalb der Einheitsgemeinde sind 36 Bürger umgezogen. Insgesamt ging die Zahl der Einwohner deutlich von 3.310 auf 3.226 Bürgerinnen und Bürger zurück.
In unserer Gemeinde konnten 7 Paare die Diamantene Hochzeit, 10 Paare konnte das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit begehen, 1 Paar konnte die Steinerne Hochzeit (67,5 Jahre verheiratet) und 3 Paare das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit (70 Ehejahre) feiern. Am Anfang ihres gemeinsamen Lebensweges stehen 11 Paare, die sich im letzten Jahr das „Ja“-Wort gegeben haben. Demgegenüber haben sich 7 Ehepaare im letzten Jahr scheiden lassen. Die Gemeinde durfte 54 Bürgerinnen und Bürgern zum 70. Geburtstag, 39 zum 75. Geburtstag, 13 zum 80. Geburtstag, 23 zum 85. Geburtstag, 6 zum 90. Geburtstag und 24 Bürgerinnen und Bürger zu einem 91. und älter gratulieren. Die älteste Mitbürgerin kommt aus Sünna, Frau Gisela Witzel feierte Ende Januar ihren 99. Geburtstag.
Abschließend möchte ich allen danken, die sich mit Herzblut und Engagement für unsere Gemeinde einsetzen: in Vereinen, Schulen, Kindergärten, der Feuerwehr, Kirchen und in vielen weiteren Bereichen. Ihr Einsatz macht das Leben in unserer Gemeinde lebendig und lebenswert.
Lassen Sie uns 2026 mit Optimismus, Tatkraft und Zusammenhalt angehen. Wenn wir die Zukunft gemeinsam gestalten, können wir auch in einem herausfordernden Umfeld unsere Gemeinde weiterentwickeln, neue Chancen nutzen und die Lebensqualität für alle Generationen sichern.
Ich wünsche Ihnen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2026.
Ihr
Roland Ernst
Bürgermeister